Nova Rock 2017 - 4. Tag

Nach dem fulminanten Freitagabend war die Luft etwas draußen, aber für das traditionelle Frühshoppen mit WENDI’S BÖHMISCHER BLASMUSIK, dem sehnlichst erwarteten Headliner GREEN DAY, sowie dem bereits im Jahr 2016 angekündigten Late Night Act DAVID „THE HOFF“ HASSELHOFF kratzte das Publikum seine Reserven zusammen.

Um 13.00 Uhr lockte WENDI‘S BÖHMISCHE BLASMUSIK bereits tausende Fans vor die rote Bühne – mit Freibier und klassischen Blasmusikklängen wurde der letzte Nova Rock Tag beim Frühshoppen begrüßt. Dabei durfte auch das Volkslied „Treibt die Gänse raus“ nicht fehlen, bei dem das Publikum eine Mischung aus Bolognese und Circle Pit eröffnete. Die österreichische Metal-Band BLACK INHALE übernahm das angeheiterte Publikum. Ihnen folgten die deutsche Metalcore-/Trancecore-Band ESKIMO CALLBOY und die US-amerikanische Deathcore-Band SUICIDE SILENCE.

Mit dem unauffälligen Namen BLACK STAR RIDERS schlichen sich die ehemaligen THIN LIZZY Mitglieder Scott Gorham, Damon Johnson und Sänger Ricky Warwick auf die rote Bühne. Diese hatten sich im Jahr 2012, damals noch gemeinsam mit THIN LIZZY Bassisten Marco Mendoza entschlossen unter einem anderen Bandnamen gemeinsam Songs aufzunehmen. Im Februar 2017 erschien ihr drittes Studio-Album, dessen erste Single „When The Night Comes In“ sich auf der Setlist wiederfand. Spätestens bei der Hälfte des Auftritts war klar, dass BLACK STAR RIDERS einfach Spaß daran haben Musik zu machen. „The Boys Are Back in Town“ und „Whiskey in the Jar“ wurden auch vom Publikum positiv angenommen, von denen viele nicht wussten, wen genau sie da vor sich hatten. Bei der niederländischen Symphonic-Metal-Band EPICA gab es mit Simone Simons endlich auch eine Front-Sängerin zu bestaunen. Mit ihrer bezaubernden Sopran-Stimme zog sie die Fans in ihren Bann. Bei der US-amerikanischen Metalcore-Band HATEBREED fanden sich überraschend viele Metal-Heads vor der roten Bühne ein. Selbst wenn der Boden durch die Regengüsse des Vorabends nicht allzu trocken war, staubte es im Wellenbrecher dennoch ordentlich auf. Als Headliner betrat die schwedische Power-Metal-Band SABATON die Bühne. Sänger Joakim Brodén wurde vom Publikum zwischen den Songs immer wieder mit „Noch ein Bier“-Rufen zum Biertrinken aufgefordert. Diesem Wunsch kam er auch ab und an nach, wobei er es sich nicht nehmen ließ, das Publikum darüber zu informieren, dass, wenn seine Frau sich über seinen „Family-Pack“ beschweren sollte, er die Schuld den Nova Rock-Fans zuschieben werde.

Auf der blauen Bühne eröffnete die englische Rock-Band DEAD! den letzten Festivaltag. Ihnen folgten die deutsche Punkband FEINE SAHNE FISCHFILET, der britische Blues- und Soul-Sänger RAG’N’BONE MAN und der US-amerikanische Rapper MACHINE GUN KELLY. Nachdem die Temperaturen durch den Regen am Vorabend merklich gesunken waren, hatten vor allem die ersten Bands am Samstag weniger Zulauf. Das Gelände füllte sich erst langsam, als die Kanadier von SIMPLE PLAN den Beginn des Mitsing-Punk-Abends einleiteten. Daran knüpfte auch die deutschen Ska-Punker BROILERS an, die das Publikum aber mit eher ruhigeren Hymnen nicht so recht aufwärmen konnten.

Mit RANCID stand danach eine Band auf der Bühne, die vermutlich sämtliche anderen Punk-Bands des Festivals zu ihren Einflüssen zählen. Sie spielten sich routiniert durch ihre 25-jährige Musikgeschichte, wobei der Fokus eindeutig auf ihrem bekanntesten Album „… And Out Come The Wolves“ lag.

Die Besucher nahmen die musikalische Untermalung des Tages gerne an, der Grund für die Anreise war für die meisten dann aber doch sichtlich der Headliner des Tages, GREEN DAY. Mit zweieinhalb Stunden spielten die US-Amerikaner das längste Set des Festivals und enttäuschten ihre Fans dabei keineswegs. Auch GREEN DAY boten eine breit gefächerte Auswahl ihres Schaffens dar, von „Basket Case“ über „American Idiot“ bis hin zur aktuellen Single „Revolution Radio“. Sänger Billy Joe Armstrong forcierte bei jedem Song die Interaktion mit dem Publikum – teilweise so sehr, das wenig von der eigenen Performance übrig blieb, da die Lieder gänzlich von auf die Bühne geholten Fans gesungen wurden. Zu „Knowledge“ übernahm sogar ein Fan die Gitarre, auch wenn erst im dritten Versuch einer gefunden wurde, der die notwendigen drei Akkorde auch zur Zufriedenheit der Band spielen konnte.

Auf dem Red Bull Brandwagen spielten THE OVERALLS, AHZUMJOT, MALLORY KNOX, MC BOMBER, LOWER THAN ATLANTIS, HACKTIVIST und die Münchener Alternative-Metal-Band EMIL BULLS. Deren Schlagzeuger feierte seinen Geburtstag und obwohl GREEN DAY in Hörweite die blaue Bühne bespielten, hielten die EMIL BULLS Fans ihrer Band die Treue und blieben bis zum Schluss deren Auftritts.

Mit Trommelwirbel von vier jungen Damen sowie dem gesampelten, aber dennoch eingängigen Baywatch-/Knight Rider-Intro marschierte der Late Night Act DAVID „THE HOFF“ HASSELHOFF auf die rote Bühne. Mit einer Mischung aus eigenen Songs wie „Hooked On A Feeling“ oder „Looking For Freedom“ sowie Coverversionen von „Country Roads“ und „Sweet Caroline“ heizte er den übrig geblieben Fans ein.

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