Nova Rock 2017 – 3. Tag

Am dritten Tag standen mit PROPHETS OF RAGE und SYSTEM OF A DOWN zwei Musik-Giganten auf dem Programm, die Sound-Problemen, Wind und Regen trotzten und das Nova Rock Publikum mit ihren großartigen Songs wärmten.

Während wir DAWA zum Interview trafen, eröffnete die US-amerikanische Hardcore-Punk-Band CODE ORANGE das Programm der blauen Bühne. Auf der roten Bühne stimmten die Österreicher TSCHEBBERWOOKY das Publikum mit einer Mischung aus Reggae-, Dub- und Ska-Klängen auf den dritten Festivaltag ein.

Nach CODE ORANGE ging es auf der blauen Bühne mit Musik aus den Vereinigten Staaten weiter: die Pop-Punk-Band FOUR YEAR STRONG und die beiden Post-Hardcore-Bands SLEEPING WITH SIRENS und PIERCE THE VEIL heizten dem härteren Klängen favorisierenden Publikum richtig ein. Kellin Quinn, der Sänger der Band SLEEPING WITH SIRENS, blieb vielen durch seinen ungewöhnlich hohen Gesang in Erinnerung. Die Metalcore-Band OF MICE & MEN zogen bereits zahlreiche Besucherinnen und Besucher zur blauen Bühne. Ihre Setlist bot eine bunte Mischung aus neuen und alten Songs, wobei die Hälfte von ihrem dritten Studio-Album „Restoring Force“ stammte. Die deutsche Thrash-Metal-Band KREATOR  

Auf der roten Bühne standen dafür ruhigere Töne am Programm, der dänisch-britisch Singer/Songwriter ALEX VARGAS umschmeichelte das Publikum mit seiner sanften Stimme. Ihm folgte die achtköpfige Raggae- und Ska-Band JAMARAM, die das spärliche Publikum etwas zum Hüpfen brachte. Mit dem Wiener Acoustic-Quartett DAWA stand danach wieder etwas Einheimisches auf der Bühne. Leider mussten sie sich den „187 Straßenbande“-Rufen des über die Maßen angeheiterten Publikums aussetzen, diese konterten sie aber charmant mit der Erklärung, dass sie DAWA und nicht die Straßenbande sind. Mit einer bunt gemischten Setlist, darunter auch ihre neue Single „Put It Away“ (erschien am 16. Juni 2017) und älteren Songs wie „Revolution“ und „Relief“ unterhielten sie dennoch ihr kleines Stamm-Publikum.

Der deutsche Rapper SSIO und die deutsche Rap-Crew 187 STRASSENBANDE unterhielten dasselbe kleine Publikum mit ihren Werken, wobei die Stimmung eher zu Wünschen übrig ließ. Das australische House/Dubstep-Duo KNIFE PARTY, bestehend aus PENDULUM-Sänger Rob Swire und PENDULUM-Bassisten Gareth McGrillen, gaben ihr Bestes, aufgrund der parallel spielenden PROPHETS OF RAGE auf der blauen Bühne mussten sie sich allerdings mit einem viel zu kleinen Publikum zufrieden geben. Da war am Vortag bei PENDULUM wesentlich mehr los. Die BEGINNER durften als Headliner den Freitagabend auf der roten Bühne beenden. Obwohl der Großteil der Besucherinnen und Besucher sich vor der blauen Bühne einfand um dort SYSTEM OF A DOWN zu lauschen, gaben die BEGINNER für ihr Publikum ordentlich Gas. Die Fans, die eisigem Wind und Regenschauern trotzten, wurden mit „Hammerhart“, „Gustav Gans“, „Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann“ und „Liebeslied“ belohnt.

Die Stimmung, die man den bisherigen Tag eher im ersten Wellenbrecher der blauen Bühne suchen musste, übertrug sich schlagartig auf das gesamte Kerngelände als PROPHETS OF RAGE die Bühne betraten. Die Musiker von RAGE AGAINST THE MACHINE haben sich mit CYPRESS HILL Rapper B-Real und PUBLIC ENEMY Rapper Chuck D im Jahr 2016 zu einer „Supergroup“ zusammengeschlossen um die Welt mit ihren sozialkritischen Power-Stücken wachzurütteln. Die Setlist der Live-Konzerte umfasst dabei nicht nur eine lautstarke Mischung der jeweiligen Bands, sondern auch eigene Stücke, wie die erste und kraftvolle Single „Unfuck The World“. Gitarrist Tom Morello könnte auch völlig allein eine Show machen – neben seinem „Fuck Trump“ Zettel auf der Rückseite einer Gitarre, hat er die kreativsten Methoden auf eben dieser zu spielen. So hat er auch an diesem Abend unter anderem vorgeführt, dass man selbst mit den Zähnen Gitarre spielen kann. Dem verstorbenen Freund Chris Cornell zu Ehren (Sänger der Bands SOUNDGARDEN und AUDIOSLAVE, letztere bestand auch aus den RAGE AGAINST THE MACHINE Musikern), baten die PROPHETS OF RAGE Serj Tankian, den Sänger von SYSTEM OF A DOWN, auf die Bühne. Dieser gab den AUDIOSLAVE-Song „Like A Stone“ in einer äußerst emotionalen Atmosphäre zum Besten. Trotz einiger Regenschauer, eiskaltem Wind, einem kurzen Sound-Ausfall und anderen kleineren und größeren Sound-Problemen wurde das Publikum von der ersten Minute an mitgerissen – der Song des Abends war definitiv „Killing In The Name Of“.

Nach einer kurzen Umbaupause ging es mit dem Headliner des Abends SYSTEM OF A DOWN weiter. Diese ließen dem Publikum von ihrem ersten Song „Suite-Pee“ bis zur Zugabe „Sugar“ keine Atempause. Ein Hit jagte den nächsten – „Aerials“, „Needles“, „Psycho“, „Chop Suey!“, „Question!“, „B.Y.O.B.“, „Toxicity“ – alle A-Seiten ihrer fünf Studio-Alben wurden durchgepeitscht und von Serj Tankian mit erhobenem Zeigefinger sowie einem ausgelassenen Publikum durchgesungen. Auch hier trotzten die Fans den Regenschauern und Windböen – kalt konnte bei dieser Stimmung eh niemandem werden.

Der Red Bull Brandwagen wurde von RANT, AS LIONS (der Sänger der britischen Rockband ist Austin Dickinson, Sohn des IRON MAIDEN Sängers Bruce Dickinson), FREIRAUM5, VIEW, ALL FACES DOWN (fünfköpfige Post-Hardcore-Band aus Wien), MOOSE BLOOD (britische Indie-Rock-Band), CALLEJON (deutsche Metalcore-Band) bespielt.

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