Filmkritik: Worlds Apart

Filmtitel
Filmkritik: Worlds Apart
Filmstart
06.06.2017
Länge
105 Minuten
Regie
Christopher Papakaliatis
Schauspieler
J.K. Simmons, Maria Kavoyianni, Christopher Papakaliatis, Andrea Osvárt
Website
http://www.worldsapartfilm.us/
Genre
Drama
Verleih
Sonstige

Daphne und Farris. Elise und Giorgos. Maria und Sebastian. Drei Liebespaare. Drei Generationen. Drei ungewöhnliche Geschichten. Mit dieser Beschreibung allein könnte "Worlds Apart" als ein klassischer Liebesfilm eingestuft werden. Doch der Schein trügt.

Der Film heißt dessen ZuseherInnen im Athen der Gegenwart willkommen. Was sofort auffällt, ist das Bild, welches Worlds Apart von Griechenland zeichnet. Keine Nahaufnahmen von antiken Bauten oder vom klaren blauen Meer sind es, die die Leinwand dominieren, sondern ist es vielmehr ein von Krisen zerfressenes Land, in welches einem der Film Einblick gewährt. Aufgrund der nun schon jahrelang bestehenden Wirtschaftskrise sind Lebensmittel kaum mehr leistbar, Menschen bangen um ihre Arbeitsplätze und nicht zuletzt hat auch der massive Flüchtlingsstrom schwerwiegende Auswirkungen auf das soziale Klima Griechenlands. Xenophobie und Nationalismus befinden sich auf einem Hoch und die Gesellschaft scheint gespalten.
All diese Probleme werden in Worlds Apart aufgegriffen und auf einfühlsame Weise behandelt. Denn auch die Beziehungen in dem Film bleiben von besagten Krisen nicht unberührt.
So verspürt Daphne etwa größte Ängste, dass ihr radikal fremdenfeindlicher Vater von ihrer Beziehung mit dem Flüchtling Farris erfahren könnte. Elise hingegen sieht sich in ihrer Position als Chefin einer Firma gezwungen, gefühlskalt ihrem Auftrag zu folgen und zwecks notwendiger Einsparungen Menschen zu entlassen; wohlwissend, dass es für so manche das Ende ihrer Existenz bedeuten könnte. Und Maria klagt über ihr unglückliches Leben und die wachsende Armut in ihrer Heimat, sieht sich jedoch nicht in der Lage, etwas daran zu verändern.
Regisseur Christopher Papakaliatis, welcher selbst im Film als Giorgios eine der Hauptrollen übernommen hat, schuf mit Worlds Apart ein Drama, welches nicht nur durch die drei erzählten Liebesgeschichten berührt. Durch Merkmale wie das ständig wiederkehrende Motiv der antik-griechischen Liebesgeschichte um Amor und Psyche werden nicht nur drei scheinbar voneinander unabhängige Handlungsstränge miteinander verknüpft, sondern wird auch die weiterhin bestehende Hoffnung in einem krisengeschüttelten Land betont. Papakaliatis erweitert durch diesen Film den Liebesbegriff und zeigt Beziehungen über unterschiedliche Nationalitäten hinweg.
Wer sich also auf Worlds Apart einlässt, bekommt einen Film geboten, der durch überzeugende schauspielerische Leistungen, interessante und tiefgründige Charaktere, sowie durch einen soliden Erzählstil besticht. 
Ein echter Geheimtipp im derzeitigen Kinoprogramm!

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